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Seite: Pilotprojekt 2011

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Hinterhofgarten

Die Initiative für Zeitgenössische Stadtentwicklung hat von Mai bis Oktober 2011 auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz mit einem mobilen Nutzgarten experimentiert. Den Garten versteht die Initiative als Medium zur Auseinandersetzung mit einer partizipativen und ökologischen Stadtentwicklung. Er ist Instrument zur Aktivierung und Stärkung bürgerschaftlichen Engagements, zur Förderung von kultureller Vielfalt sowie ein Gewinn an Lebensqualität.
Gemeinsam mit Nachbarn, Interessierten und Freunden gestalteten wir im Leipziger Westen die brachliegende Fläche zu einem offenen Garten um. Wir eigneten uns den städtischen Raum an, um zusammen soziale Landwirtschaft nach den Maßstäben des ökologischen Landbaus zu betreiben, gemeinsam zu lernen, wie man lokal Lebensmittel herstellt und einen Ort urbanen Lebens schafft.
Die Arbeiten reichten vom Säen, Pflanzen, Ernten über das Verarbeiten und Verköstigen des Gemüses bis hin zur Auseinandersetzung mit partizipativer und ökologischer Stadtentwicklung. Neben den Beeten entstand eine Bühne, Kompostanlagen und Sitzecken zum Verweilen. Durch den Austausch und das miteinander Arbeiten lernten wir von den Erfahrungen und dem Wissen anderer, eigneten uns alte Kulturtechniken wieder an, erfuhren vieles über Biodiversität, Stadtökologie, nachhaltigen Konsum und zukunftsfähige Formen urbanen Lebens. Zur theoretischen Auseinandersetzung trugen unser Gartengespräch und zahlreiche Teilnahmen bei Veranstaltungen wie dem Freiflächensalon oder einem Workshop zu integrierten Nachhaltigkeitsstrategien bezüglich der Ernährungsgestaltung vom Bundesumweltamt bei.
Neben der Erprobung urbaner Landwirtschaft und der Herstellung gesunder Lebensmittel haben wir erreicht, dass der Garten als Medium und Experimentierraum von bis zu 40 Personen angenommen wird. Des Weiteren haben wir das Projekt in bestehende Netzwerkstrukturen vor Ort, wie die Initiative Bürgerbahnhof Plagwitz integriert, fanden zahlreiche Partner und stießen auf großes Interesse an dem Thema bei der Öffentlichkeit und den Medien. Gegen Ende des Projektes begannen wir Gartenprojekte in Leipzig, aber auch überregional zu verknüpfen.
Neben unserem Träger, dem Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V., haben uns die Stiftungsgemeinschaft anstiftung und ertomis sowie die Naturstiftung David finanziell gefördert. Die Bäckerei und Konditorei Wendl, die Handeslgesellschaft Corfil, das Erdenwerk Kulkwitz der LAV Technische Dienste GmbH und die Gärtnerei Felgenträger unterstützten uns durch großzügige Sachspenden. Ideell stand uns die Stiftung Bürger für Leipzig, Haushalten e.V. und weitere Partner der Leipziger Kulturszene zur Seite.

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